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Land und Stadt unterzeichnen Vereinbarung: Neuer Deich für Mündelheim

Am 17. Februar 2010 haben der nordrhein-westfälische Umweltminister Eckhard Uhlenberg und Duisburgs Oberbürgermeister Adolf Sauerland eine Vereinbarung über die Deichsanierung und Deichrückverlegung im Rheinbogen Duisburg-Mündelheim unterzeichnet.

 
Die Finanzierung des 57,2 Millionen Euro teueren Projektes ist damit gesichert. Die Umsetzung dieser Maßnahme ist ein weiterer wichtiger Baustein zur Sicherung und Realisierung des Hochwasserschutzkonzeptes des Landes Nordrhein-Westfalen.
Duisburg leistet damit seinen Beitrag zur Senkung des Wasserstands im Rhein und zur zeitlichen Streckung der Hochwasserflutwelle. Damit werden die Hochwasserfolgen für die rheinabwärts gelegenen Siedlungsgebiete spürbar gemildert. Die Stadt Duisburg hat sich aber nicht nur zum Ziel gesetzt, durch eigene Überflutungsräume zur Entschärfung der Hochwassergefahr beizutragen, sondern auch die dringend erforderliche Deichsanierung in diesem Abschnitt umzusetzen.

Untersuchungen belegen, dass die Hochwasserschutzeinrichtungen im Rheinbogen Mündelheim heute nicht mehr den Vorgaben des technischen Hochwasserschutzes entsprechen. Es ist weder ein Deichverteidigungsweg vorhanden noch entspricht die Standsicherheit des vorhandenen Banndeichs den heutigen Anforderungen zum Schutz vor Hochwassern, wie sie theoretisch einmal in 500 Jahren vorkommen.

Die Bezirksregierung Düsseldorf hat daher für die Sanierung beziehungsweise den Neubau der Hochwasserschutzeinrichtungen auf einer Länge von 6.745 m die planerischen und rechtlichen Voraussetzungen geschaffen. Von der Gesamtlänge werden etwa 500 Meter mit einer Spundwand auf Düsseldorfer Stadtgebiet ertüchtigt und die übrigen 6.245 Meter als Drei-Zonen-Deich im Stadtgebiet Duisburg erstellt. Die geplante Hochwasserschutzlinie folgt dabei auf einer Länge von 5.112 Metern den bereits vorhandenen Hochwasserschutzeinrichtungen. Auf einer Länge von 1.633 Metern verläuft der geplante rückverlegte Deich.
 

 
Nach der derzeit laufenden Vorbereitungsphase durch die Stadt Duisburg kann bald der Neubau der Deichanlagen zur Realisierung der geplanten Überflutungsräume erfolgen. Durch die Rückverlegung wird ein zusätzlicher Überflutungsraum von etwa 60 Hektar geschaffen und damit der Hochwasserscheitel des Rheins um bis zu neun Zentimeter abgesenkt. Die Bauausführung zur Sanierung und Rückverlegung des Deiches wird in mehre Bauabschnitte gegliedert.

Im Moment werden intensive Verhandlungen über den Ankauf der benötigten Flächen mit den betroffenen Grundstückseigentümern geführt. Diese sollen noch in 2010 abgeschlossen werden.


Als Erstes steht dann die Sanierung des Deiches zwischen Düsseldorf-Wittlaer und Duisburg-Mündelheim auf der alten Trasse an. Der Baubeginn ist hier für 2011/2012 geplant. Der Abschnitt der eigentlichen Deichrückverlegung wird anschließend in einem zweiten Bauabschnitt durchgeführt.

Die Kosten für die Sanierung und Rückverlegung des Deiches belaufen sich auf etwa 20 Millionen Euro.
Ein weiterer wichtiger Bauabschnitt zur Verbesserung des Hochwassersituation und des Abflusses betrifft die Verlegung und Aufständerung der Bundesstraße 288. Die B 288 stellt in ihrer jetzigen Ausführung ein Abflusshindernis dar. Durch die Aufständerung wird die Hochwassersituation und der Abfluss bei Hochwasser wesentlich verbessert. Es entsteht insgesamt mehr Raum für den Fluss.

Die Kosten der Aufständerung und Verschwenkung der B 288 nach Norden betragen etwa 22,6 Millionen Euro. Hinzu kommen notwendige Leitungsverlegungen im Trassenverlauf der B 288. Sowohl für den Ausbau der Deichanlagen, der Brücke und der Straße ist Grunderwerb erforderlich. Außerdem sind Verlagerungen von Gebäuden, Entschädigungen Betroffener, die Erstellung einer Dichtwand als auch Ausgleichsmaßnahmen erforderlich und zu finanzieren, die in die Gesamtfinanzierung eingebunden sind.
Die europaweite Ausschreibung nach dem VOF-Verfahren für die Objektplanung der Brücke und der Straße sowie die Erstellung der Ausschreibungsunterlagen laufen zurzeit in Abstimmung mit dem Baulastträger der B 288, dem Landesbetrieb Straßenbau NRW.
Den größten finanziellen Anteil an der gesamten Baumaßnahme trägt das Land NRW mit einer hohen Förderung aufgrund der internationalen und nationalen Interessenslage. Für die Stadt Duisburg verbleibt ein Anteil von ungefähr 4 bis 4,5 Millionen Euro, um den ausreichenden Hochwasserschutz herzustellen.
 
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